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Gartenhaus

Die Montage von PV-Modulen auf einem Gartenhaus ähnelt der auf einem Wohnhaus, ist aber aufgrund der oft leichteren Bauweise und des verwendeten Materials (meist Holz) sowie der geringeren Dachneigung (oft Pultdach oder Flachdach) mit besonderen Anforderungen verbunden.

Ich gehe davon aus, dass es sich um ein typisches Gartenhaus mit einem Dach aus Holzschalung und einer Eindeckung (z.B. Bitumenschindeln, Bitumenbahn oder Blech) handelt.


🏡 Vorgehensweise zur Montage auf einem Gartenhausdach

Die Montage muss sicherstellen, dass die Dichtigkeit des Daches erhalten bleibt und die Stabilität des Dachstuhls gewährleistet ist.

1. Vorbereitung und Planung

  • Statikprüfung (wichtig): Die Dachkonstruktion von Gartenhäusern ist oft nicht für hohe Zusatzlasten (PV-Anlage, Wind- und Schneelast) ausgelegt. Ein erfahrener Handwerker sollte die Tragfähigkeit des Daches prüfen. Gegebenenfalls muss der Dachstuhl verstärkt werden.
  • Dachmaterial identifizieren:
    • Bitumendach (Schindeln/Pappe): Erfordert die Befestigung auf den Sparren unter der Eindeckung.
    • Blechdach (Trapez/Wellblech): Erfordert die direkte Verschraubung in die Hochsicken.

2. Montage der Dachhaken/Stockschrauben

  • Sparren suchen: Da die Dacheindeckung von Gartenhäusern (z.B. Bitumen) nicht tragfähig ist, muss die Last in die tragenden Sparren des Dachstuhls eingeleitet werden. Die Position der Sparren muss von außen lokalisiert und markiert werden (z.B. durch vorsichtiges Antasten oder Messen der Abstände).
  • Bohren und Dichten: An den markierten Stellen über den Sparren werden die Dachhaken (für Ziegeldächer) oder Stockschrauben (häufiger für Bitumen/Blech) montiert.
    • Bitumendach: Die Stockschrauben werden durch das Dach in die Sparren geschraubt. Wichtig ist die wasserdichte Abdichtung der Durchdringungsstelle. Hierzu wird in der Regel eine EPDM-Manschette oder eine Dichtmasse (z.B. Silikon oder Bitumen-Dichtmittel) unter und über der Dichtscheibe der Stockschraube verwendet.
    • Blechdach: Hier werden die Stockschrauben oder speziellen Blechbefestigungen direkt durch das Blech in die Sparren verschraubt und mit Dichtscheiben gesichert.
  • Ausrichtung: Die Dachhaken/Stockschrauben werden so ausgerichtet, dass ihre Oberseite auf gleicher Höhe liegt.

3. Montage der Montageschienen

  • Schienen befestigen: Die Montageschienen (meist Aluminiumprofile) werden horizontal oder vertikal auf den montierten Dachhaken oder Stockschrauben befestigt und festgeschraubt.
  • Erdung vorbereiten: Die Montageschienen bilden die Basis für den Potentialausgleich und die Erdung der Anlage.

4. Flachdach-Option (Pultdach mit geringer Neigung)

  • Hat das Gartenhaus ein Flachdach oder ein sehr flaches Pultdach (unter ca. 10°), kann alternativ ein aufgeständertes System verwendet werden.
    • Hierbei werden Dreieckskonstruktionen oder spezielle Schienen befestigt, um die Module in einen optimalen Winkel (z.B. 25°–35°) zu bringen.
    • Die Befestigung muss trotzdem mechanisch über Stockschrauben in den Sparren erfolgen, da eine Ballastierung bei der leichten Bauweise des Gartenhauses meist nicht möglich ist und die Dachstruktur überlasten würde.

5. Modulmontage und Elektrischer Anschluss

  • Module auflegen: Die PV-Module werden auf die Schienen gelegt.
  • Klemmen: Fixieren Sie die Module mit Mittel- und Endklemmen.
  • Verkabelung: Die DC-Kabel werden verschaltet und wetterfest verlegt (z.B. in UV-beständigen Kabelkanälen oder mit Kabelbindern an der Unterkonstruktion).
  • Anschluss: Der Wechselrichter kann wettergeschützt im Gartenhaus oder an einer Außenwand montiert werden. Der Anschluss an das Hausnetz muss fachgerecht oder über eine zugelassene Einspeisesteckdose (bei Balkonkraftwerken) erfolgen.
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