
Die Montage von PV-Modulen am Balkon ist in der Regel das sogenannte klassische Balkonkraftwerk (auch Stecker-Solar-Geräte genannt). Diese zeichnen sich durch eine einfache Montage und den direkten Anschluss über eine Steckdose aus.
Die Vorgehensweise ist stark abhängig vom Typ der Balkonbrüstung (Gitter, Geländer mit Rund- oder Vierkantrohr, Mauerwerk oder Beton).
☀️ Vorgehensweise zur Montage am Balkon
Der Fokus liegt hierbei auf der sicheren und nicht-invasiven Befestigung an der Brüstung, meist mit einem modulspezifischen Halterungsset.
1. Vorbereitung und Genehmigung
- Wohnungs-/Hauseigentümer und WEG: Klären Sie ab, ob die Montage am Gemeinschaftseigentum (Balkonbrüstung) gemäß den Regeln der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) oder des Mietvertrags gestattet ist. In Deutschland gibt es Vereinfachungen, aber die Genehmigung der WEG ist oft noch erforderlich.
- Netzbetreiber: Das Balkonkraftwerk muss beim Marktstammdatenregister und beim lokalen Netzbetreiber angemeldet werden. Das übernehmen wir als Installateur.
- Statik/Stabilität: Prüfen Sie die Stabilität des Balkongeländers. Die Halterungen müssen für die Wind- und Soglast in Ihrer Region ausgelegt sein. Viele kommerzielle Systeme sind für Windgeschwindigkeiten bis ca. 15 m/s (ca. Windstärke 7) zugelassen.
2. Montage der Halterungen am Modul
- Haken/Halterungen vormontieren: Zuerst werden die speziellen Balkonhaken oder Dreieckshalterungen (Aufständerungen) mit Schrauben und Muttern am Aluminiumrahmen des PV-Moduls befestigt.
- Abstände beachten: Die Halterungen sollten einen definierten Abstand von den Modulkanten haben (oft ca. 10–20 cm), um eine optimale Krafteinleitung zu gewährleisten.
- Wechselrichter anbringen: Der Wechselrichter (Inverter) wird oft direkt auf der Rückseite des Moduls verschraubt oder an der Halterung fixiert.
3. Befestigung am Balkongeländer
- Einhängen: Das vormontierte Modul wird mit den Balkonhaken über den Handlauf des Geländers oder an den vertikalen/horizontalen Streben eingehängt.
- Sichern: Die Haken werden festgezogen oder mit den mitgelieferten Schrauben und Muttern an den Geländerstreben fixiert und verspannt. Dabei sollten Gummi-Pads verwendet werden, um Kratzer am Geländer zu vermeiden und die Rutschfestigkeit zu erhöhen.
- Abrutschsicherung: Bei angewinkelter Montage ist eine zusätzliche Abrutschsicherung (z.B. ein durch den Handlauf geführter Bolzen oder eine untere Fixierung an den Geländerstreben) erforderlich, um ein Herausfallen des Moduls aus dem Handlauf auszuschließen.
- Windlast: Das System muss so fest sitzen, dass es auch bei starkem Wind weder nach oben (Sog) noch nach vorne (Druck) nachgibt.
4. Ausrichtung und Winkel (Optional)
- Senkrechte Montage (90°): Bei engen Balkonen oder Gittergeländern wird oft senkrecht montiert. Dies liefert einen guten Ertrag in den Morgen- und Abendstunden und ist unauffällig.
- Angewinkelte Montage (ca. 10° bis 40°): Viele Sets ermöglichen eine Neigungsverstellung (z.B. zwischen 10° und 30° oder 25° und 45°). In Deutschland liegt der optimale Winkel für einen maximalen Jahresertrag oft zwischen 20° und 35° (Süd-Ausrichtung).
- Der Winkel kann durch Verstellen von Teleskopbeinen an der Unterkonstruktion eingestellt und dann fest verschraubt werden.
- Sicherheitsseil (Empfohlen): Häufig wird die Sicherung durch ein zusätzliches, korrosionsbeständiges Sicherungsseil oder eine Kette ergänzt, die Modulrahmen und Geländer verbindet.
5. Elektrischer Anschluss
- Verkabelung: Die DC-Kabel vom Modul werden am Wechselrichter angeschlossen (MC4-Stecker).
- Anschluss ans Hausnetz: Das AC-Kabel (Schuko- oder Wieland-Stecker) wird in die dafür vorgesehene Steckdose gesteckt. Achtung: Die Installation einer Wieland-Steckdose sollte durch eine Elektrofachkraft erfolgen. Bei Verwendung eines Schuko-Steckers ist auf die Einhaltung der VDE-Normen zu achten.
- Kabelmanagement: Lose Kabel werden mit Kabelbindern an der Unterkonstruktion befestigt, um ein Herunterhängen oder Scheuern zu verhindern.
