Die Montage von PV-Modulen an der Fassade wird als Gebäudeintegrierte Photovoltaik (GIPV oder BIPV) oder vorgehängte, hinterlüftete Fassade (VHF) ausgeführt. Hierbei ersetzen die Module oft Teile der Fassadenverkleidung oder werden mit einer speziellen Unterkonstruktion davor montiert.
Die Montage ist im Vergleich zur Dachmontage komplexer, da statische und bauphysikalische Anforderungen an die Fassade (Wärmedämmung, Dichtigkeit) erfüllt werden müssen.
🧱 Vorgehensweise zur Montage an der Fassade
Die Vorgehensweise hängt stark vom Fassadentyp ab (massive Wand, gedämmte Wand, Trapezblechfassade).
1. Vorbereitung und Planung
- Statische Berechnung: Die Tragfähigkeit der Fassade und des Mauerwerks für die Last der Module (Eigengewicht und Windlast) muss zwingend statisch nachgewiesen werden. Die Windlast ist an der Fassade oft höher als auf dem Dach.
- Wandtyp und Dämmung prüfen: Der Untergrund (Beton, Mauerwerk, Holz, Blech) bestimmt die Auswahl der Befestigungsmittel (Dübel, Injektionsmörtel, Stockschrauben oder spezielle Halterungen für Blech). Bei gedämmten Fassaden sind spezielle Abstandsmontagesysteme (z.B. mit Injektionsmörtel oder thermisch getrennten Konsolen) notwendig, um Kältebrücken zu vermeiden.
- Ausrichtung und Winkel: Die idealerweise Süd-ausgerichtete Fassade sollte geprüft werden. Module werden oft senkrecht (90° zur Horizontalen) montiert, können aber auch mit Dreieckskonstruktionen in einen optimierten Winkel von ca. 30° bis 40° zur Südseite aufgeständert werden, um den Ertrag zu maximieren.
- Verschattung: Planen Sie die Positionierung sorgfältig, um gegenseitige Verschattung zwischen Modulreihen (bei aufgeständerter Montage) oder durch benachbarte Gebäudeteile/Bäume zu vermeiden.
2. Montage der Unterkonstruktion
- Befestigungspunkte festlegen: Die Befestigungspunkte für die Konsolen oder Trägerprofile werden nach dem Belegungsplan markiert und gebohrt.
- Bohren und Befestigen:
- Massives Mauerwerk/Beton: Es werden geeignete Schwerlastdübel oder chemische Verankerungen (Injektionsmörtel) verwendet.
- Gedämmte Fassaden: Es kommen Abstandsmontagesysteme zum Einsatz, die die Befestigungskräfte über die Dämmschicht hinweg in die tragende Wand leiten. Die Bohrlöcher müssen nach der Montage fachgerecht abgedichtet werden, um das Eindringen von Feuchtigkeit in das Mauerwerk zu verhindern.
- Blechfassaden (Trapez-/Sandwichblech): Hier werden spezielle Klemmen oder Kurzprofile verwendet, die direkt in die Unterkonstruktion des Blechs (meist auf den Hochsicken) verschraubt werden.
- Montage der Profile: Die vertikalen und/oder horizontalen Trägerprofile (meist Aluminium- oder Edelstahlschienen) werden auf den montierten Wandhaltern oder Konsolen fixiert.
- Hinterlüftung gewährleisten: Ein ausreichender Abstand zwischen der Modulrückseite und der Fassade (oft min. 20 mm) muss sichergestellt werden. Die Hinterlüftung ist essenziell, um Stauwärme zu vermeiden und die Effizienz der Module zu erhalten.
3. Modulmontage und Elektrischer Anschluss
- Module einhängen/auflegen: Die PV-Module werden in die vorbereitete Unterkonstruktion eingesetzt oder auf die Profile aufgelegt.
- Klemmen: Die Module werden mit Mittel- und Endklemmen sicher auf den Profilen befestigt.
- Elektrische Verkabelung: Die DC-Kabel werden verlegt, zu Strings verschaltet und durch Kernbohrungen (die anschließend abgedichtet werden müssen) in den Gebäudeinnenraum oder in Kabelkanäle geführt.
- Potentialausgleich/Erdung: Das gesamte Montagesystem und die Module müssen gemäß den elektrotechnischen Vorschriften geerdet werden.
