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Flachdach

Die Montage von PV-Modulen auf einem Flachdach unterscheidet sich grundlegend von der Montage auf Schrägdächern, da in der Regel Aufständerungen verwendet werden, um die Module in einem optimalen Winkel (meist zwischen 10° und 20°) zur Sonne auszurichten. Am häufigsten werden Systeme ohne Dachdurchdringung (ballastiert) eingesetzt, um die Dachhaut nicht zu beschädigen.


🏗️ Vorgehensweise zur Montage auf Flachdächern

Die gängige und empfohlene Methode ist die ballastierte Montage (ohne Dachdurchdringung).

1. Vorbereitung und Planung

  • Statische Prüfung: Dies ist der wichtigste Schritt. Die Tragfähigkeit des Flachdaches muss zwingend für das zusätzliche Gewicht der gesamten PV-Anlage, einschließlich der Module, der Unterkonstruktion und vor allem der Beschwerung (Ballast), geprüft werden. Die Wind- und Schneelasten am Standort bestimmen die erforderliche Ballastmenge.
  • Belegungs- und Ballastplan: Es wird ein detaillierter Plan erstellt, der die Positionierung der Modulreihen, den optimalen Neigungswinkel (z.B. 15° für optimalen Ertrag und Stabilität) und den erforderlichen Reihenabstand festlegt, um gegenseitige Verschattung zu vermeiden.
  • Abdichtungsprüfung: Die Dachhaut (Bitumen, Folie, Kies etc.) muss in einwandfreiem Zustand sein.

2. Montage der Unterkonstruktion (Aufständerung)

  • Verteilen der Basisprofile: Die Basiselemente des Montagesystems (Dreiecke, Wannen oder Schienensysteme) werden gemäß Belegungsplan auf dem Dach verteilt.
  • Schutz der Dachhaut: Unter die Basisprofile werden Bautenschutzmatten (Gummiauflagen) gelegt, um die Dachabdichtung vor Beschädigungen durch Druck oder Reibung zu schützen und die Rutschfestigkeit zu erhöhen.
  • Ausrichtung: Die Aufständerung wird in der gewählten Ausrichtung montiert:
    • Südausrichtung: Module werden alle nach Süden ausgerichtet. Erfordert große Reihenabstände aufgrund der Schattenbildung der aufgeständerten Module.
    • Ost-West-Ausrichtung: Module stehen rücken an Rücken oder werden in flacheren Winkeln (z.B. 10°) montiert. Erlaubt eine höhere Moduldichte und liefert eine gleichmäßigere Leistung über den Tag.
  • Befestigung der Gestelle: Die Gestelle werden mit Schienen und Verbindern zu einem stabilen Verbundsystem zusammengefügt.

3. Ballastierung

  • Anbringen des Ballasts: Auf oder in die dafür vorgesehenen Bereiche der Unterkonstruktion (z.B. Ballastwannen) wird das berechnete Gewicht (meist Betonplatten oder Kies) eingebracht. Die individuelle Ballastierung ist entscheidend für die Windlaststabilität.
  • Windleitbleche: Bei einigen Systemen, insbesondere in windanfälligen Zonen oder bei Süd-Aufständerung, werden an der Rückseite der Modulreihen Windleitbleche montiert, um den Winddruck zu reduzieren und den Sog zu minimieren.

4. Modulmontage und Elektrischer Anschluss

  • Module auflegen: Die PV-Module werden auf die montierten Schienen aufgelegt.
  • Klemmen: Die Module werden mit den entsprechenden Mittel- und Endklemmen auf der Unterkonstruktion fixiert.
  • Verkabelung: Die Kabel werden verlegt und die Module zu Strings verschaltet. Es ist darauf zu achten, dass die Kabel nicht direkt auf der Dachhaut liegen, sondern in Kabelkanälen oder Kabelbindern geführt werden, um Schäden zu vermeiden.
  • Wechselrichter: Der Wechselrichter wird an einem geeigneten, zugänglichen Ort befestigt und angeschlossen.
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